Hermann-Josef Esser ging im Kaller Zoch mit – 31 Wagen, Fußgruppen und Musikzüge – Wilde Hühner, Astronauten und Baller-Frauen – Dem Regen folgte eine Kamellen-Flut

Kall – Bevor sich der große Kaller Zoch in Bewegung setzte, setzte Regen und Graupel ein, doch das tat der Stimmung bei der  Aufstellung an der Gemünder Straße keinen Abbruch. Die Tollitäten wurden flugs in  Regencapes eingepackt, die sie aber während des Zuges schon wieder ausziehen konnten. Den Regengüssen am Zuganfang folgte ein zweistündiger Kamelle-Regen, der ganz nach dem Geschmack der Jecken entlang des Zugweges war. Mit prall gefüllten Taschen voller Süßigkeiten gingen viele Zaungäste nach dem Zug nach Hause.

Auch Bürgermeister Hermann-Josef Esser (rechts) ging als Steinzeit-Mensch im Zoch mit und kochte kleine Mitbürger ab. Foto: Reiner Züll

Prinzessin Claudia I. jubelte mit ihrem „Zukünftigen“ Ron Chytry den zahlreichen Jecken im Kaller Zoch zu. Foto: Reiner Züll

Mit 31 Wagen, Fußgruppen und Musikzügen präsentierte der Karnevalsverein Löstige Bröder einen Umzug, der sich sehen lassen konnte. Dabei wurden sie nicht nur von Vereinen aus Außenorten der Gemeinde Kall unterstützt. Auch aus Olef und Oberhausen nahmen Jecken am Kaller Zoch teil. Für den guten Ton sorgten die Musikkapellen aus Kall und Keldenich sowie der Spielmannszug aus Wahlen.

Traditionsgemäß knubbelten sich die Menschenmassen in der Aachener Straße und der Bahnhofstraße in Höhe des Rathauses. Wer allerdings am Rathaus Ausschau nach dem Kaller Bürgermeister Hermann-Josef Esser hielt, tat dies vergebens. Jedoch hatte sich Esser keinesfalls am Karnevalssonntag aus dem Staub gemacht.

Im Gegenteil: Der Bürgermeister nahm aktiv am Zuggeschehen teil und war in einer Gruppe Furcht erregender Steinzeitmenschen zu finden, die einen großen Hordenkessel mitschleppten, in dem ein kleiner Knirps „abgekocht“ wurde. Die Steinzeitmenschen, die vom Kaller Ortsvorsteher Stefan Kupp angeführt wurden, waren vom Baugebiet „Auf dem Fels“ in den  Ort eingefallen.

Zugleiter Kalle Haseleu war bei der über 500 Meter langen Zugaufstellung wieder mit dem Fahrrad unterwegs, um die 31 Gruppen und die drei Musikapellen vor dem Start zu sortieren. Knapp 700 aktive Zugteilnehmer hatten sich bei Haseleu für den großen Narrenzug angemeldet, der von Polizei, der Feuerwehr und dem DRK abgesichert wurde. Zwischenfälle gab es dank der professionellen Organisation keine.

Bunte, freilaufende Hühner aus Scheven hatten den Weg nach Kall gefunden. Foto: Reiner Züll

Straßbüscher Igel tanzen schon bei der Aufstellung des Zuges auf der Gemünder Straße. Foto: Reiner Züll

Dem Zug voran ging die Musikkapelle aus Kall, der die Schevener KG „Die Jecke vom Hahnebömsche“ mit gleich vier Wagen folgte. Aus Olef hatte ein großes Piratenschiff den Weg nach Kall gefunden, während der Sistiger  Jugendclub sich mit einer Gruppe Rennfahrer präsentierte. Aus Keldenich waren Asterix und Obelix sowie 101 Dalmatiner nach Kall gekommen.

Nicht aus dem Kaller Zug wegzudenken ist die Lebenshilfe, die mit zahlreichen Schlümpfen Zug mitzogen. Krümelmonster und eine große Affenbande kamen aus Kall, eine Gruppe American Footballler sowie Astronauten mit einem Space Shuttle aus Rinnen.

Massenweise bunte Ostereier verteilten die „Jäcken Hühner“ aus Scheven, die ein Riesenhuhn mit nach Kall gebracht hatten. Die KG „Jecke Krohe von Wahle“ machten mit einem großen Wagen auf sich aufmerksam. Gruppen aus Golbach präsentierten einen kunterbunten Zoo, Piraten und Ninja Turtle. Mit dabei auch wieder der Straßbüscher Eier- und Hühnerclub (EHC), der eine große Gruppe Igel entsandt hatte.

„Scheiß auf Barock, in Kall wird gerockt“, lautete die Botschaft der Luftgitarristen, die der Kaller Ex-Prinz Hans Lambert (2015) um sich versammelt hatte. Den Schluss des Zuges läuteten die Pink Ladies, die Kallbachmücken und die Gefolge der Tollitäten ein.

 Hoch aus einer großen Narrenkappe grüßte das Kinderprinzenpaar Robin I. (Sträußl) und Hanna I. (Goebel) herab. Dem Wagen der Prinzessin Claudia I. (Blum) zog eine Gruppe Baller-Frauen voran, die an die Liebe der Prinzessin zu Malle, dem Ballermann und dem Bierkönig erinnerten. Prinzessin Claudia thronte mit ihren „Zukünftigen“ Ron Chytry auf dem großen Prinzenwagen und leistete Schwerstarbeit beim Kamellenwerfen. (Reiner Züll)

Der Jecke Tourbus


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