Mit über 75 Jahren ist Willi Hermanns das älteste noch aktive Mitglied im Kreis der „Löstige Bröder“. Als Karnevalist, als Mitglied im „Club der alten Säcke“ bei der Feuerwehr und als jahrzehntelanges Mitglied im Kaller Sport Club (KSC) ist Willi über die Grenzen der Gemeinde Kall hinaus bekannt wie „ein bunter Hund“. Das Credo des 71-Jährigen („Ich helfe wo ich kann“) hat bis auf den heutigen Tag seine Gültigkeit nicht verloren.  
Willi Hermanns ist im Karnevalsverein der „Mann für alle Fälle“. Beim Neuanfang 1966 unter Gustav Limburger trat er in den Verein ein. Schon ein Jahr später wählte ihn die Generalversammlung als Beisitzer und stellvertretenden Kassierer in den Vorstand der „Löstige Bröder“.

Doch nicht nur als Kassierer machte Willi im Verein Karriere: Er war unverzichtbar, wenn es alljährlich um das Aufspüren der Kinderprinzen- und später auch der großen Prinzenpaare ging. Gab es bis 1975 nur Kinderprinzenpaare, so musste ab 1975, als mit Karl Schumacher erstmals wieder ein großer Prinz in Kall regierte, auch jedes Jahr ein großes Prinzenpaar gesucht werden.

Hier standen die Löstige Bröder 1979 vor dem Problem, dass sich ausgerechnet im Jahr des 75-jährigen Vereinsbestehens kein großes Prinzenpaar finden ließ. Wochenlang war Willi Hermanns mit dem damaligen Präsidenten Karl Schumacher auf Prinzensuche gewesen. Es ging schon auf Ende Dezember zu und noch immer war kein Prinz in Sicht. Dann schlug der inzwischen verstorbene Kappenfreund Albert Schröder vor, einmal den Nichtkarnevalisten „Schierens Willi“ zu fragen, der nicht weit von Schröder weg auf dem Grünen Weg wohnte. Der ebenfalls inzwischen verstorbene Willi Schieren war damals Zahnarzt bei der Mechernicher Bundeswehr.

In ihrer Not schreckten Willi Hermanns und Karl Schumacher nicht davor zurück, einen Tag vor Weihnachten den Versuch zu wagen: Heiligabend 1978 „fielen“ siebei Schierens auf dem Grünen Weg ein. Am Ende führten die Verhandlungen zum Erfolg: Willi und Marianne Schieren erklärten sich bereit, den „Löstige Bröder“ aus der Klemme zu helfen und 1979 Jubiläumsprinzenpaar zu werden.

Damals, so Willi Hermanns, sei die Prinzensuche viel schwieriger gewesen als in der heutigen Zeit. Besonders schwer sei es gewesen, Nichtkarnevalisten zuüberzeugen. Im Jahr des 90-jährigen Bestehens der Löstige Bröder ging allerdings Präsident Peter Berbuir als Prinzenmacher in die Geschichte des Vereins ein. Berbuir hatte Willi Hermanns und Ehefrau Fine überredet, 1994 Prinzenpaar in Kall zu werden. Die beiden waren ein stolzes und würdiges Prinzenpaar.

Vier Jahre später hatte Willi Hermanns nicht nur das Kinderprinzenpaar ausfindig gemacht. Als 1998 die Proklamation bei der Kindersitzung beginnen sollte, war vom Bürgermeister Helmut Weiler weit und breit nichts zu sehen gewesen. „Das kann ich auch, ich bin ja schließlich im Gemeinderat“, entschied Willi Hermanns kurzerhand und vollzog als Ratsmitglied der SPD die Proklamation stellvertretend für den CDU-Bürgermeister. Dem inthronisierten Kinderprinzenpaar Jens I. (Walber) und Sabrina I. (Mey-Nelles) war es ganz egal, ob sie den Schlüssel von einem „Roten“ oder von einem „Schwarzen“ überreicht bekamen.

In einer fröhlichen Runde mit dem 71-jährigen, im Februar geborenen Willi Hermanns wird es nie langweilig, er hat immer etwas zu erzählen. So weiß er auch von einer Karnevalssitzung im Jahr 1967 in der alten Turnhalle an der Loshardt zu berichten, bei der unter großen Schmerzen an der Kasse gesessen hatte und die wegen einer Fernsehsendung unterbrochen wurde.

Nachdem erAnfang 1967 von einer Leiter gefallen war, hatten ihm die Ärzte im Krankenhaus ein Gipskorsett verpasst. Das hinderte den damaligen Präsidenten Gustav Limburger aber nicht daran, Willi Hermanns für die Karnevalssitzung zum Kassendienst zu verdonnern. Die Sitzung fand damals zur Zeit des Fernseh-Straßenfegers „Das Halstuch“ statt. Just am Sitzungstagabend wurde die letzte Folge des Krimis ausgestrahlt. Doch Limburger wusste Rat, damit die Krimi-Fans der Sitzung nicht fern blieben: Ein Fernseher wurde in die Turnhalle geschafft und die Sitzung unterbrochen, als die letzte Halstuch-Folge über den Bildschirm flimmerte. Durch diese in der Vereinsgeschichte einmalige Aktion waren die „Löstige Bröder“ sowohl den Narren als auch den Krimi-Fans gerecht geworden.


Limburger wusste Rat, damit die Krimi-Fans der Sitzung nicht fern blieben: Ein Fernseher wurde in die Turnhalle geschafft und die Sitzung unterbrochen, als die letzte Halstuch-Folge über den Bildschirm flimmerte. Durch diese in der Vereinsgeschichte einmalige Aktion waren die „Löstige Bröder“ sowohl den Narren als auch den Krimi-Fans gerecht geworden.





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